Smart Home #12 – Wie Sie Ihre Haushaltsgeräte vor Cyberkriminalität schützen können

17. Februar 2014 / Kategorie: Allgemein, Sicherheitstechnik, Smart Home / 0 Kommentare

Hackerangriffe auf Smart Home-Kühlschränke – wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre vernetzten Haushaltsgeräte vor Cyberkriminalität schützen können

Sicherheitsexperten enttarnten kürzlich das erste „Internet-of-Things“-Botnet. Hunderttausende Geräte von Fernsehern bis Kühlschränke wurden dabei zum Versenden von Spam-Mails genutzt. Dennoch sollten Smart Home-Besitzer nicht in Panik verfallen!

In den letzten Tagen überschlugen sich die Meldungen: Experten der auf Sicherheitslösungen spezialisierten Firma Proofpoint haben jetzt dokumentiert, was wohl als erste großangelegte Cyberattacke mit Hilfe vernetzter Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik gelten darf.

Dem Unternehmen zufolge waren die Geräte Teil eines Botnets, das zwischen dem 23. Dezember 2013 und dem 6. Januar 2014 mehr als 750.000 Spam-E-Mails verschickt hat. Insgesamt seien mehr als 100.000 Heimnetz-Router, Multimedia-Player, Smart-TVs und sogar ein smarter Kühlschrank an der Spam-Welle beteiligt gewesen. Damit stellten Haushalts-Gadgets ein Viertel aller für die Aktion missbrauchten Geräte, den Rest erledigten herkömmliche Computer und Router. Diese Geräte wurden dann mit ebenfalls infizierten Computern zu einem so genannten „Botnet“ zusammengeschlossen.

Wir berichteten Ihnen bereits in den letzten Artikeln zum Thema Smart Home über den Anstieg der internetfähigen Gebrauchsgegenstände: Küchengeräte, Kameras oder Fernseher, zudem alle möglichen Funktionen im Zusammenhang mit der Heimautomation wie Stromzähler oder Heizungsregler. Weil alle diese Geräte mit dem Internet verbunden sind, spricht man vom „Internet der Dinge“. Dazu werden Monitore in Tierställen, medizinische Geräte, Bordcomputer in Autos oder beispielsweise Bojen gezählt – oder intelligente Thermostate wie Nest oder Tado, die kürzlich wegen einer Milliardeninvestition Googles in den Fokus rückten (siehe Jungkurth Blogartikel „Smart Home #11 – Google springt auf Trend zur Vernetzung von Hausgeräten auf“).

Was können Sie als Smart Home-Nutzer aktiv tun, um derartigen Spam-Attacken zu entgehen oder sich präventiv davor zu schützen? Zunächst ist es immens wichtig, nach Installation Ihres persönlichen Smart Home-Systems (sei es ein internetfähiger Fernseher oder auch Kühlschrank) die Standard-Passwörter des Herstellers zu ändern! Viele der Hacker konnten nur deswegen so leicht ihre Botnetze weben, da sie bei den meisten Smart Home-Systeme der betroffenen User die Standardeinstellungen des Herstellers vorfanden. Also unbedingt Start-Konfigurationen ändern und mit einem sicheren und nur Ihnen bekannten Passwort versehen, das im Idealfall mehr als 12 Zeichen sowie Zahlen und Sonderzeichen enthält. Stellen Sie ebenfalls sicher, dass die Firmware Ihres Smart Home-Geräts auf dem aktuellsten Stand ist – neue Versionen derselben lassen sich auf den Internetseiten des Herstellers herunterladen und per USB-Stick auf betreffendes Objekt übertragen. Hier empfiehlt es sich, den Download von einem Computer aus vorzunehmen und die Installation extern zu starten.

Außerdem bleibt zu hoffen, dass die Gerätehersteller zukünftig an bessere Update-Kanäle denken. Immerhin wird das Internet der Dinge noch gehörig wachsen. Laut Marktforschern und Experten sollen bis 2020 ganze 200 Milliarden „Dinge“ mit dem Internet verbunden werden.

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